Hessische Gesellschaft
für Ornithologie und Naturschutz e.V.


Arbeitskreis Frankfurt am Main


Eine Erfolgsgeschichte setzt sich fort -
Streuobstwiesenpflege am Berger Südhang auch im Jahr 2005 gesichert


(Pressemitteilung November 2005)

Als die Rettungsaktion der Streuobstwiesen am Berger Südhang im Jahr 1988 mit Kartierungs- und Planungsarbeiten, initiiert durch die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) begann, wagte kaum einer zu glauben, dass es so erfolgreich gelingen würde, das Kulturbiotop Streuobstwiese mit seinen zahlreichen und seltenen, zum Teil auch gefährdeten Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. 1988 waren ca. 30% des ca. 60ha großen Berger Hanges verbuscht, zahlreiche Baum und Straucharten hatten die Streuobstwiesenflächen überwuchert, der größte Teil der Obstbäume (ca. 6000) hatte keinen Kronenschnitt, und nur wenige Jungbäume waren nachgepflanzt worden.

Als erstes galt es, die aufkommende Verbuschung durch Rodungsarbeiten, damals noch finanziert mit öffentlichen Geldern, zurückzudrängen, sowie durch Obstbaumschnitt die Altbäume zu erhalten und den Bestand durch die Anpflanzung von jungen Obstbaumhochstämmen alter lokaler Sorten aufzufrischen.

Danach musste durch jährliche kontinuierliche Mahdmaßnahmen eine Erhaltung des Status Quo gesichert werden. Bei den immer knapper werdenden öffentlichen Mitteln, gerade im Bereich des Naturschutzes, war es für die HGON ein logischer Schritt, private Förderer für das Projekt zu finden.

Auch in diesem Jahr sind durch zahlreiche Spenden die Pflegemaßnahmen am "Berger Südhang", d.h. Mahd von rund 5 ha Streuobstwiesenfläche sowie die Anpflanzung von 50 jungen Obstbaumhochstämmen alter lokaler Sorten (hier mit finanzieller Unterstützung der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Frankfurt/M.) gesichert.

Damit ist ein weiterer wichtiger Schritt für die Erhaltung des Streuobstwiesengebietes Berger Hang erreicht. Auch in den kommenden Jahren hat sich der Frankfurter Arbeitskreis zahlreiche weitere Aufgaben, wie z. B. den möglichst langen Erhalt des so wichtigen Altbaumbestandes mit seinen vielfältigen ökologischen Funktionen sowie die Verjüngung des Obstbaumbestandes - angestrebt ist hier ein Anteil von 30% Jungbäumen (ca. 2000 Bäume) zum Ziel gesetzt.

Wer Interesse an dem Projekt oder der ehrenamtlichen Naturschutzarbeit des Arbeitskreises Frankfurt/M. der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V. hat, kann sich telefonisch an Herrn Robert Feig, Tel.: 069/5486609, oder Herrn Göring Tel.: 069/637185 wenden sowie sich auf der Internetseite www.hgon-frankfurt.de informieren.

Eine finanzielle Unterstützung der gemeinnützigen Naturschutzarbeit ist durch eine steuerlich absetzbare Spende auf das Konto-Nr. 883700 bei der Frankfurter Sparkasse (BLZ 50050201) möglich.



Obstbaumpflege im Frankfurter Nordosten soll ausgeweitet werden

Bergen-Enkheim. Der Naturschutzverband HGON (Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz), Arbeitskreis Frankfurt, führt seit 15 Jahren erfolgreich und mit viel Engagement ein Projekt zur Erhaltung und Pflege der Streuobstwiesen am "Berger Südhang" durch.

Das Projektgebiet soll aktuell um Flächen in Bergen-Enkheim und Seckbach erweitert werden, unter anderem auch um Flächen im Bereich des "Hauer-Mauer-Weges" beziehungsweise des "Hungerbaches". Das circa zehn Hektar große Gebiet liegt östlich der Vilbeler Landstraße, beziehungsweise nördlich des Florianweges und war früher Bestandteil eines größeren zusammenhängenden Streuobstgürtels, der sich von Frankfurt bis Maintal zog. Das infolge von Nutzungsaufgabe immer mehr brachfallende Gebiet ist von hoher ökologischer Bedeutung und deshalb im Flächennutzungsplan des Planungsverbandes Ballungsraum Rhein-Main als ökologisch wertvolles Grünland ausgewiesen. Es liegt auch in der strengeren Schutzzone I des Landschaftsschutzgebietes "Grüngürtel" der Stadt Frankfurt am Main. Die bewährten Maßnahmen zur Erhaltung: der 8treuobstbestände - wie sie seitens der Naturschützer betrieben werden - umfassen vor allem Entbuschung und Mahd von Flächen, sowie Obstbaumschnitt und Neuanpflanzungen. Eigentümer, die an solchen Pflegemaßnahmen Interesse haben oder auch am Verkauf kleiner Parzellen zugunsten des Naturschutzes interessiert sind, wenden sich an Walter Gengenbach, Telefon 06187/3786 oder Robert Feig, Telefon 069/5486609.
Frankfurter Stadtteilzeitung, 31.03.2005