Hessische Gesellschaft
für Ornithologie und Naturschutz e.V.


Arbeitskreis Frankfurt am Main



Was sind Streuobstwiesen?

Wiesen, die mit hochstämmigen Obstbäumen unterschiedlichen Alters bestanden sind und nicht intensiv wie Obstplantagen, sondern nur extensiv genutzt werden!

  hochstämmig = Kronenansatz oberhalb 1,6 m Höhe  

Früher wurde das Heu dieser Wiesen für die Einstreu in den Ställen genutzt, daher stammt vermutlich der Begriff "Streu". Er kann aber auch bedeuten, dass die Bäume verstreut standen. Meistens sind die Obstbäume heute allerdings in Reihen gepflanzt.

Extensive Nutzung bedeutet: die Wiesen werden 1- 3 mal jährlich gemäht (oder evtl. von Schafen beweidet), nur selten kommen Düngemittel und nie Pestizide zum Einsatz; das Obst wird meist für den Eigenbedarf, zur Most- und Saftgewinnung verwendet.
Vorteil: Erhaltung des Strukturreichtums, keine übermäßige Störung der Pflanzen- und Tierwelt, die sich gut entwickeln kann.
Nachteil: weil meist kein ökonomischer Nutzen mehr besteht, große Gefahr der Vernachlässigung oder Umnutzung in Ackerland oder Bauland.


Warum sind Streuobstwiesen so wertvoll?

Weil sie durch ihren Strukturreichtum, mit dem Wechsel von Wiese, lockerem Baumbestand mit jungen und alten hochstämmigen Obstbäumen und einzelnen Gebüschen eine Vielzahl unterschiedlicher Lebensbedingungen bieten und sogenannte halboffene Lebensräume darstellen.

Halboffene Strukturen mit Grünland, Acker und Obstbäumen waren zwischen dem 16. Jahrhundert und den fünfziger Jahren letzten Jahrhunderts in Mitteleuropa sehr weit verbreitet, sind aber seit den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts infolge der landwirtschaftlichen Intensivierung, den Rodungsprämien für Obsthochstämme und der zunehmenden Versiegelung sehr selten geworden.
Wiese: Kraut- und Grasschicht mit mehr oder weniger Licht, Lebensraum für Blütenpflanzen, Insekten, Lurche, Reptilien, Mäuse, Jagdrevier und Nahrungsquelle für Vögel, Hasen, Rehe ...

Baum: Stamm, Äste, Blätter, Blüten, Früchte... Ein einzelner Apfelbaum kann über 100 verschiedene Tiere beherbergen: Blattläuse, Florfliegen, Wanzen, Ohrwürmer, Käfer und andere Insekten, Fledermäuse und Vögel wie z. B. Spechte (s. Foto rechts)

Eine Streuobstwiese bietet bis zu 3000 verschiedenen Tierarten Nahrung und Lebensraum - darunter vielen gefährdeten Arten - wie z. B. der Zauneidechse, der Blindschleiche, der Spitzmaus, dem Bilch, Iltis, Igel, Steinkauz und Wendehals -

- darum sind sie so wertvoll für den Naturschutz!


Gibt es weitere Gründe, um die wenigen noch verbliebenen
Streuobstwiesen für die Zukunft zu erhalten?


Ja, die Streuobstwiesen sind zudem auch wertvoll für uns Menschen Warum brauchen Streuobstwiesen Pflege? und so der wertvolle halboffene Charakter und der Strukturreichtum verloren gehen und damit die Vielfalt an Flora und Fauna und der Reiz für die Naherholung!