Hessische Gesellschaft
für Ornithologie und Naturschutz e.V.


Arbeitskreis Frankfurt am Main

Projekt Streuobst im Frankfurter Nordosten


Wie alles begann:
1. Untersuchung der Streuobstbestände zwischen Berkersheim und Bergen
2. Auswahl der Streuobstpflegegebiete



Obstwiesen zwischen den Äckern bieten Lebensraum
für Tiere und Pflanzen und beleben das Landschaftsbild
2002 erfolgte eine Untersuchung der noch vorhandenen Streuobstbestände zwischen Berkersheim und Bergen-Enkheim (ca. 9,5 qkm). Dabei wurden vor allem zwischen dem Parkfriedhof Heiligenstock und der Berger Warte viele Streuobstwiesen zwischen den Äckern und Gärten festgestellt (s. Karte A).



Die meisten Obstbäume auf den schmalen Grundstücken sind allerdings sehr alt und stark pflegebedürftig. Deshalb wurden diese Bereiche, Heiligenstock-West und -Ost (ca. 2, 8 qkm) nördlich und nordwestlich des Lohrberges als Streuobstpflegegebiete ausgewählt (s. Karte B).


Karte B: Streuobstpflegegebiete Heiligenstock-West und -Ost




Wie es weiterging: Parzellengenaue Bewertung der Obstbäume und Wiesen

2004 wurden auf 300 Streuobstparzellen in Heiligenstock-West und -Ost zweitausend Obsthochstämme hinsichtlich Art, Alter und Pflegezustand bewertet. Ergebnis: Fast 3/4 der Obstbäume sind weit über 50 Jahre alt, jeder fünfte Baum wird bald absterben oder ist schon abgestorben und mehr als die Hälfte benötigt Schnittmaßnahmen, leider auch viele der sehr seltenen Jungbäume (s. Diagramm unten).

Anteile der Obsthochstämme nach Art und Zustand
(S1-S3 = Baumschnittbedarf je nach Aufwand, S0= kein Schnittbedarf)


Diagramm von Konstanze Weltner



Alte und junge Obstbäume mit Schnittbedarf und abgestorbener Kirsche




Was jetzt passiert: Planung der Pflegemaßnahmen

Folgende Prioritäten für die Pflegemaßnahmen ergeben sich:

*   Erziehungsschnitte bei Jungbäumen
*   Pflegeschnitte bei Altbäumen
*   Neuanpflanzungen
*   Mahd und Entbuschung einzelner kleinerer Flächen


2005 werden auch die Eigentümer und Eigentümerinnen der Streuobstgrundstücke ermittelt: Viele Adressen müssen per Internet und Telefonbuch recherchiert werden. Über 160 Briefe mit der Bitte um Einverständnis für Streuobst-Pflegemaßnahmen wurden im Sommer versendet, flankiert durch Pressemeldungen. Im Dezember 2005 liegen für 44 Grundstücke Einverständnisse vor.


Alter Birnbaum mit viel Totholz


In Jahr 2006 sind die ersten Erziehungs- und Pflegeschnitte für über 140 Jung- und Altbäume und 50 Neuanpflanzungen sowie Entbuschung und Mahd von etwa 1000 qm geplant.


Stamm eines Jungbaumes mit Wildtrieben,
die entfernt werden müssen (2004)

Jungbaum mit Astbruch durch Pflegemangel (2004)


Für viele Grundstücke, gerade auch mit pflegebedürftigen Jungbäumen, fehlen uns leider noch Einverständniserklärungen - oder sogar die Adressen der Eigentümer und Eigentümerinnen...
Wir freuen uns über diesbezügliche Hilfe!